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.·:*¨¨*:·..·:*¨¨*:·..·:*¨¨*:·..·:*¨¨*:·..·:*¨¨*:·. mein blitzstart ins leben
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Folgender Text
ist ein Auszug aus dem Tagebuch, dass ich
seit Anbeginn der Schwangerschaft für
Tristan führe:
15. Juli
2001 (Nachtrag)
Du bist
da!!! Unglaublich, aber wahr, Du hast am 15.
Juli um 9.29 Uhr mit nur 45cm und
zerbrechlichen 2100 Gramm das Licht der Welt
erblickt. Und das völlig überraschend und in
Windeseile, denn eigentlich hättest Du ja
noch 5 Wochen Zeit gehabt um in mir zu
wachsen, aber Du wolltest anscheinend nicht
mehr warten und Deine Eltern schon kennen
lernen!
Was mich
gleich zum Geburtsbericht bringt:
Dienstag war
ich noch bei unserer Ärztin und alles war
bestens in Ordnung. Du warst putzmunter und
sehr aktiv, Muttermund war völlig
geschlossen und Dein Köpfchen dichtete schon
ab.
Am Samstag
den 14.7 waren wir noch bei meinem Papi am
See zum Schwimmen und danach noch bis 2 Uhr
früh auf einer Grillparty bei Freunden
eingeladen. Irgendwann beim Schwimmen im See
und völlig unbemerkt muss wohl auch die
Fruchtblase geplatzt sein!!!, da der Kopf
aber bereits voll abdichtete war keine Spur
von Unmengen von Wasser, dass man nicht
halten kann, so wie man es immer hört, zu
spüren, und wenn man gerade schwimmt sowieso
nicht*g Nach der Geburt hab ich erfahren,
dass die Blase wohl hoch oben geplatzt sein
muss, und ich dass Wasser nur Tröpfchenweise
verloren hatte, auf jeden Fall bist Du wohl
am Trockenen gesessen und hattest es wohl
auch deshalb so eilig!
Gegen 6 Uhr
morgens bekam ich dann Schmerzen, die rund
15 - 20 Minuten dauerten & unregelmäßig
wiederkamen. Für mich waren das alles andere
als Wehen, sondern eher Schambeinschmerzen,
die ich die letzten Wochen auch schon des
Öfteren hatte, zudem dauerten sie für eine
Wehe viel zu lange. Meinen Mann hab ich
nicht geweckt, wozu auch*gg Nach 8 Uhr früh
hatte ich dann aber 2 frische Blutstropfen
und etwas Schleim im Slip, was mich zu der
Ansicht brachte, dass eventuell mein
Schleimpfropf abgehen könnte. Prima!! dachte
ich und hab mich gefreut, dass er jetzt
schon abgeht. Dann hab ich doch meinen Mann
geweckt und er hat mich dann überredet doch
in die Klinik zu fahren und das mal ansehen
zu lassen (zum Glück!!!, denn keine Minute
länger hätten wir warten dürfen) Am Weg
dorthin haben wir uns noch geeinigt, die
Sache ja nicht zu dramatisieren, aus Angst
dass sie mich dort behalten würden. Zum
Glück wohnen wir nur ein paar Minuten
entfernt von der Klinik und als Stefan den
Wagen parkte, hatte ich eindeutig eine Wehe
( stellte ich aber auch erst hinterher fest
*gg), auf den Stufen zum Spital die nächste,
noch eine im Gang und eine im Lift.
Um 8.44 Uhr
waren wir auf der Entbindungsstation, wo
mich die Hebamme, die eben ihren Dienst
begonnen hatte, gleich mal ans CTG
anschloss. Sie verließ dann den
Vorbereitungsraum und prompt ging's los!! Am
Wehenschreiber spielte es Berg und Talfahrt,
eine Wehe nach der anderen und ich wollte es
irgendwie gar nicht wahr haben und fragte
Deinen Papi auch noch, ob sich auf der
rechten Seite des CTG’s denn irgendetwas
tut. Und er hat mir dann die ganzen
Wehenberge gezeigt und ich staunte echt
nicht schlecht, denn so harmlos waren die
dann auf einmal gar nicht mehr. Nach 10
Minuten im Vorbereitungsraum mit Stefan, hab
ich ihn dann doch gebeten lieber die Hebamme
zu holen.. Die Gute staunte nicht schlecht,
gleiche jede Minute eine Wehe zu sehen und
kontrollierte kurzerhand meinen Muttermund,
was sie noch mehr zum Erstaunen
brachte.....Diagnose: Na, sie bekommen
heute noch ihr Baby, es ist keine Zeit zu
verlieren, der Muttermund ist 10 cm offen,
ich kann schon den Kopf sehen, wir fahren
sofort in den Kreissaal!!!! Stefan und ich
staunten nicht schlecht und konnten es gar
nicht fassen. Wann wäre der Muttermund denn
so schnell aufgegangen??? Kurz vor 9 Uhr
waren wir dann im Kreissaal und es ging
sofort heftig zur Sache. Eine Wehe nach der
anderen und so gut wie keine Pausen
dazwischen *uff, zum Glück lagst Du in
optimaler Startposition und so musste ich
lediglich 2 Wehen wegatmen!! ( Kann mir gar
nicht vorstellen, mehrere davon wegatmen zu
müssen!!) Woraufhin ich leider gleich mal
hyperventilierte, und irgendwie am ganzen
Körper zu zittern begann.
Eine
Sauerstoffmaske half mir dann wieder ins
Reine zu kommen. Dein Papa kam kaum nach mir
den Schweiß abzutupfen, wie ein Gebirgsbach
kam ich mir vor, an dem Tag hatte es schon
um die Uhrzeit an die 30 Grad. Zudem hat
mich super unterstützt, mich gehalten und
den Rücken gestärkt und mich beruhigt, wenn
ich wieder heftiger zu atmen begann.
Irgendwann sagte ich ihm dann auch:
Schaaaaatz, egal was ich Dir nachher
erzähle! Es tut unbeschreiblich weh!!!
Dann kam
endlich der Startschuss zum Pressen *jubel,
das war die totale Erleichterung. Von nun an
hab ich mich nur aufs Pressen konzentriert,
hab immer ganz tief Luft geholt, die Lippen
zusammen gebissen, keinen einzigen Ton von
mir gegeben und gepresst was das Zeug hält:
Irgendwie musste ich ständig an meine
Hebamme aus dem Vorbereitungskurs denken,
die immer sagte: Die Luft ist Dein Werkzeug,
und jeder unnötige Schrei kostet Kraft.
Also schloss ich die Augen dachte schon an
den Augenblick, wenn Du mir in die Augen
schauen würdest und versuchte mein bestes.
Dein Vater war davon schwer ergriffen und
auch heute noch kann er es nicht fassen,
dass ich muksmäuschenstill war. Dann auf
einmal hörte ich schon die Hebamme sagen:
Mit der nächsten Wehe kommt er!! Und ich
denke noch, dass ist doch nicht möglich, so
schnell schon? Auf einmal waren 5 Personen
im Raum, inklusive Neantologe (wegen
Frühchen)
Dreimal tief
Luft geholt und gepresst leider ein kleiner
Schnitt ( 3 Nähte) und dann spürte ich Dich
von den Ohren bis zu den Zehenspitzen als
Du aus mir herauskamst (9.29 Uhr, also 35
Minuten im Kreissaal!). Stefan hat sogar zu
gesehen dabei, wie Du mit einem
Matrosenköpfler auf einmal geschlüpft bist.
Ich dachte nur: Ohweh, jetzt ist alles hin
da unten! Dein Papi hat die Nabelschnur
durchtrennt und dann hatte ich Dich gleich
auf meiner Brust liegen *unbeschreiblich!
Du lagst da auf mir, in ein Handtuch
gewickelt,, wunderbar rosig und sahst mich
mit Deinen riesigen süßen Augen an. Ich
konnte mein Glück noch gar nicht fassen und
war auch verdutzt wie klein Du doch warst.
2100 Gramm
schwer und 45cm groß!
Ich konnte
auch gar nicht glauben, dass alles schon
vorbei war. Zum Anlegen war leider keine
Zeit, weil Du erst einen kompletten
Frühchencheck über Dich ergehen lassen
musstest. Dann wurdest Du eingewickelt und
während ich versorgt und genäht wurde, bekam
Dich Dein Papa in die Arme. Diese Minuten
werde ich sicher auch nie vergessen. Du
lagst da und schautest munter und
interessiert in der Gegend herum. Als ich
dann versorgt war, kamst Du auf die
Frühchenstation und wurdest noch einmal auf
Herz und Nieren überprüft. Ganze 2 Stunden
musste ich auf Dich warten *winsel. Wir
waren voller Sorgen, dass irgendwas bei den
Untersuchungen nicht stimmen würde, aber
unsere Befürchtungen waren umsonst, Du
strotztest nur so vor Gesundheit und
durftest gleich mit mir aufs Zimmer. Da die
Außentemperatur in diesen Tagen ständig über
30 Grad lag, musstest Du auch nicht in den
Brutkasten, ein Lammfell, auf dem Du gelegen
bist, reichte völlig aus.
Endlich
durfte ich Dich das erste mal anlegen, doch
irgendwie wusstest Du gar nicht recht, was
wir hier von Dir wollen und was Du genau tun
solltest, denn als Frühchen hättest Du Dich
noch auf Deine Nabelschnur verlassen und
nach saugen war Dir gar nicht zu mute. Es
war aber ungemein wichtig, dass Du schnell
zunimmst, Dein Gewicht wurde nämlich nach
unten revidiert, weil Du enorm viel
Fruchtwasser im Magen hattest,
natürlicherweise hast Du auch noch
abgenommen und so wogst Du am 2. Tag nur
mehr 1690 Gramm. Also hab ich die erste Zeit
die Milch abgepumpt und sie Dir dann im
Flascherl gefüttert, und nach ein paar
Tagen, haben wir dann versucht Dir mit einem
Stillhütchen das Saugen schmackhafter zu
machen. Wir haben uns echt Mühe gegeben
und wir waren auch ein Superteam, konnten
der drohenden Zwangsernährung ausweichen und
durften nach 6 Tagen die Klinik ‚pumperlgsund’
und munter mit rund 1900 Gramm
verlassen!!!! Zwischendurch hatten wir oft
Sorgen, dass Du doch noch auf die
Intensivstation müsstest oder eine Infusion
brauchen würdest, aber letztendlich war
nichts davon notwendig! *jubel
Alles in
Allem hätte ich nie gedacht, bei all den
Ängsten, die ich vor der Geburt hatte, dass
es ein so schönes und vollkommenes Erlebnis
sein würde. Es ist ein unbeschreibliches
Gefühl, dass ich in meinem Leben nicht
vergessen werde. Der Augenblick, als Du mir
das erste mal in die Augen schautest war
einfach überwältigend und ich kann mir
nichts schöneres mehr vorstellen. |
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